CHRISTLS KOLUMNE: ICH BIN MITTE 35 UND WAR IN EINER DISKO

CHRISTLS KOLUMNE: ICH BIN MITTE 35 UND WAR IN EINER DISKO

Ich war in einem Club am Wochenden und dass ich hier sitze und diesen Blogbeitrag schreibe, grenzt irgendwie an ein Wunder. Nicht, weil’s so schrecklich war oder weil ich einen Gehörsturz erlegen bin, sondern viel mehr, weil ich immer noch fix fertig bin … von Freitag! Aber ich vermute das passiert nun ‚mal, wenn man mit Mitte 30 glaubt es bis um 4h in der Früh krachen lassen zu müssen! Und wenn man das alles dann auch noch mit Wein, Prosecco, Wodka, Bacardi Cola und Jägermeister begießen muss, brauch ich gar nicht so verwundert sein, dass meine Systeme drei bis fünft Tage später immer noch auf Sparflamme laufen. Ein klassischer Fall von SSKM – Selbst Schuld, kein Mitleid also!
Aber soll ich euch etwas sagen: Das war’s mir zu 100% wert! Ich habe nämlich mit Vielem gerechnet, aber nicht damit, dass ich am Ende des Abends nicht nach Hause gehen wollte, weil ich so viel Spaß hatte. Unverhofft kommt oft und so war meine erste Nacht im Club nach über einem Jahr Abstinenz ein voller Erfolg und ich habe auch ein bisschen etwas gelernt:

 

1. Die Mädchen von heute sind schlauer, als wir es damals waren. Die scheißen nämlich auf Highheels und rocken Sneakers, Boots und anderes flaches Schuhwerk zu ihren Outfits und schauen trotzdem cool aus. Was heißt eigentlich „trotzdem“? Sie schauen dabei einfach cool aus. Zu meiner Zeit war das nichts so. Kein Absatz war uns zu hoch und zu dünn, um möglich „sexy“ in der Disko herum zu stöckeln. Dass das nichts mit Sexappeal zu tun hat, habe ich im Gegensatz zur neuen Generation – erst viele Jahre später behirnt.

 


 

2. Es geht immer noch kürzer. Wer schneidert eigentlich diese Mikro-Mini-Röcke?! Der Name selbst sagt schon so viel aus und erweckt in mir einen Schutzinstinkt von dem ich gar nicht wusste, dass ich ihn habe. Denn diese viel zu kurzen Röcke könnten genau so gut Gürtel oder Stoffreste mit Reißverschluss sein. Das macht überhaupt keinen Sinn, vor allem nicht, wenn man auf der Tanzfläche twerkt und allen einen Einblick bis „nach Hause“ gewährt … ihr wisst, was ich meine oder.
Keine Sorge, ich selbst war auch kein Kind der Unschuld mit meinen Mini-Rock-Croptop-Highheels-Kombis. Ich urteile nicht, ich sorge mich viel mehr. Wegen der widerlichen Typen, die es immer noch gibt und den Blasenentzündungen, die ich mir damals ab und zu geholt habe.

 

 

 

3. Der DJ ist immer noch der Gott! Und das meine ich ohne Untertreibung. Ich habe es ja mit meinen eigenen Augen gesehen! Die Partypeople haben ihn wortwörtlich angebeteten und auch Opfergaben in Form von Shots überbracht. Es ist crazy, aber eigentlich auch ganz lustig zu beobachten. Vor allem, wenn der Bullshit mit den Musikwünschen losgeht.
Das tut man einfach nicht. Egal wie besoffen und motiviert man ist, man geht nicht zum DJ und wünscht sich irgendeinen Song, den eh schon niemand mehr hören kann. Wenn ihr mich fragt, sollte es dafür zwei Monate Hausverbot geben, aber mich fragt ja keiner…

 

 

 

4. Wer Liebe braucht, geht immer noch auf’s Mädchenklo! Nirgends ist die Girlpower so stark wie in einer Gruppe besoffener Frauen. Da werden Bürsten, Lippenstifte, Mascaras, (semi-)kluge Ratschläge, Drinks und Umarmungen ausgetauscht als wäre es das letzte, was man in seinem Leben tut und ich hoffe, dass sich das nie ändern wird.

 

 

 

5. In jungen Jahren sauft es sich leichter und jeder, der das Gegenteil behauptet belügt sich selbst. Wenn ich jetzt das trinken würde, was ich früher getrunken hätte, wäre das mein One-Way-Ticket in die Notaufnahme! Ich habe sehr junge Erwachsene dabei beobachtet wie sie sich quasi literweise Wodka-Red-Bull in die Figur gestellt haben und keiner gekotzt oder geweint hat. Und ich weiß, vor nicht all zu langer Zeit waren wir auch mal so… ich habe halt ab und zu geweint, wenn ich zu betrunken war und nach Hause wollte. Aber das ist wieder ein anderes Thema-
Man müsste mir heutzutage viel Geld zahlen, damit ich ein Wodka Red Bull trinke. Die Nach- und Nebenwirkungen sind der ultimative Horror und führen dazu, dass ich in den Tagen darauf zum Monster mutiere. Dinge, die eben passieren, wenn man Schlafentzug und langanhaltendes Herzrasen hat.
Umso mehr bewundere ich die Kids, die das trinken als wäre es teures Thermalwasser und dann aber auch noch im Klub einschlafen!

 

 

 

Ihr merkt, es war ein sehr aufschlussreicher Abend für mich und ich hatte Spaß, viel Spaß! Nach diesen stressigen Wochen, dringend notwendiger Spaß, der mich daran erinnert hat, dass ich eigentlich viel öfter Party machen sollte. Aber nicht zu oft. Einmal im Monat reicht, ich brauche ja schließlich mehrere Tage, um mich zu erholen.