CHRISTLS KOLUMNE: WIE MACHEN DAS ANDERE PAARE EIGENTLICH?

CHRISTLS KOLUMNE: WIE MACHEN DAS ANDERE PAARE EIGENTLICH?

Eigentlich wollt’ ich einen Blogeintrag zu Thema „Couple Goals“ schreiben, aber dann hat mich der Markus zu etwas anderem inspiriert. Dem Zusammenleben mit seinem Partner. Ich sag’s euch wie’s ist, ich frage mich ernsthaft wie’s andere Paare machen. Haben nur wir zwei komplett verschiedene Ansichten von Ordentlichkeit? Schreien andere Männer auch so beim Playstation spielen oder Fussball schauen und vergessen andere Pärchen auch mal die Wäsche in der Waschmaschine und müssen sie dann noch einmal waschen?Wir sind jedenfalls das chaotischste Pärchen unter der Sonne. Ich weiß und ich steh dazu, der Markus nicht. Er will es zwar nicht wahrhaben, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass es stimmt. Er wünscht sich nichts mehr als jeden Tag in eine blitzblanke Wohnung zu kommen, aber das kann ich ihm leider nicht bieten. Mein eigentlich Künstlername sollte nämlich „Christl Chaot“ heißen und nicht „Christl Clear“, aber man möchte es ja nicht übertreiben, oder?!  Mich stört Chaos bis zu einem gewissen Grad ja nicht sonderlich und lasst mich euch verraten, dem Mr.Clear auch nicht. Er weiß es nur nicht. Mindestens einmal am Tag klaube ich Socken und Hosen vom Schlafzimmerboden auf und sammle Gläser ein. In seiner Welt denkt er zwar immer, dass er das selbst wegmacht, aber das ist eben nur seine Welt…

In der schreit er übrigens auch nicht wie ein Psychopath, wenn er mit seinen Freunden Playstation spielt und wenn mal wieder ein Fussballer seinen Job nicht richtig macht. Im Moment sind allerdings eher die Fussballer das Problem. Was wohl an der WM liegen könnte, wobei ich ja das Gefühl habe, dass irgendwo immer ein Fussballspiel gibt, dass meinen Freund interessiert. Wenn man dem Markus jedenfalls zuhört, könnte man fast meinen, dass er Trainer jeder teilnehmenden Mannschaft und einfach nur in Wien vergessen wurde. Er weiß alles besser und an Tagen an denen er besonders gut drauf ist, könnte er es auch besser. Ihn fragt nur niemand, aber dafür brüllt er es gerne Mal so laut raus, dass es ganz Hipster-Ville (= Wien, Neubau = Bobotown) hören kann.

 


Und ich? Ich muss es mir gefallen lassen, oftmals. Denn wer schon mal mit mir gemeinsam einen Film geschaut hat, weiß, dass ich das nicht schweigend machen kann. Wenn man von der Spezies Mensch spricht, die alles kommentieren, was auf der Leinwand passiert, redet man von Menschen wie mir. Nicht selten, springe ich auf, schreie den Fernseher an, erteile den Darstellern genaue Anweisungen und versuche sie laut und deutlich wissen zu lassen, dass sie in die falsche Richtung laufen. Wohl wissend, dass sie mich nicht hören können.
Lautsein ist also unser Ding. Das können wir nicht leugnen, aber dafür gibt es ja Noise Canceling Kopfhörer wie diese hier. Für alles andere braucht es oftmals einfach etwas Nachsicht und eine Grundentspannung, dir wir zugegebenermaßen nicht immer haben.

Der Markus wird es zwar nie packen, dass ich benutztes Geschirr lieber in die Abwasch als in den Geschirrspüler stelle, dass ich den Inhalt meiner Tasche gerne am Esstisch verteile und liegen lasse, weil ich etwas suche und dass ich leere Klopapierrollen am WC liegen lasse anstatt sie einfach mitzunehmen. Aber das ist okay. Ich frag mich ja auch was so schwer daran ist, sein getragenes Gewand in den Wäschekorb zu geben und nicht in der ganzen Wohnung zu verteilen, wieso man gerade bei Bartstoppeln im Waschbecken ans Wassersparen denkt anstatt sie runterzuspülen und wieso man glaubt, dass man ins Mikrofon seines Headsets brüllen muss, um von seinen Homeboys gehört zu werden. Also ob uns die Digitalisierung nicht schon besseres gelehrt hat.

All diese Dinge nerven mich manchmal mehr und manchmal weniger, aber nie so sehr, dass ich tauschen wollen würde. Sollte aber jemanden wertvolle Tipps haben, um uns all diesen Bullshit wieder abzugewöhnen, immer her damit. Wir sind offen. Übrigens auch für Geschichten von anderen Menschen, die zusammen in einer semi-aufgeräumten Wohnung leben. Vielleicht fühl ich mich dann nicht ganz so schlecht, dass ich das Geschirr vor meiner Abreise im Waschbecken „vergessen“ habe und die Bettwäsche gewaschen, aber einfach nie aufgehängt habe.

The struggle is real, ich sag’s euch und wir sind definitiv nicht eure Couple Goals, aber darüber reden wir gerne ein anderes Mal.

 

 

 

 

Fotos: Xenia Trampusch
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