In Wahrheit bin ich knapp drei Wochen zu spät dran. Kehlanis Album „SweetSexySavage“ ist nämlich schon am 27. Jänner released worden, ich musste es nur gefühlt tausend Mal rauf und runter hören, um sicher zu gehen, dass ich alles gehört und wahrgenommen habe. 

Dass ich zu spät dran bin, ist allerdings in Ordnung. Das ist Kehlani auch. Sie hätte mit diesem Album schon viel früher in mein Leben treten sollen.

Wo waren Songs wie „Keep On“ und „Distraction“ als ich damals dachte ich müsste immer wieder zu diesem einem Typen mit dem großen Herzen und der Schwäche für mich, zurück gehen, obwohl ich wusste, dass ich tief drinnen nicht wirklich Bock auf ihn hatte und ihm so nur das Herz gebrochen habe?

 


„Advice“
hätte mir wahrscheinlich auch einiges an Schmerz und Tränen erspart, wenn ich es schon früher gehört hätte. Wer weiß vielleicht wären es ja dann „nur“ eine halbe Ewigkeit gewesen, die ich dem Dummkopf mit dem Sprachfehler und dem Hang zu Mind-Fuck-Games gewidmet hätte.

Dafür gibt’s dann Songs, wie „Thank You“, die die Sängerin wahrscheinlich ihren Fans gewidmet hat und ich aber Mr.Clear.

 

 

Ich könnte noch Ewigkeiten so weiter machen und jeden Song auf Kehlanis Debütalbum zerpflücken. Sie singt ja Situationen, in der sich fast jede Frau im Laufe ihres Lebens wieder findet. Und das obwohl sie erst 21 Jahre alt ist.

Aber ich schätze Mal, wenn man in jungen Jahren seinen Vater verliert und die Mutter öfter im Gefängnis als auf freiem Fuss ist, sammelt man mehr Lebensweisheit als einem lieb ist.

Vielleicht ist das auch die Erklärung für den Sound von „SweetSexySavage“. Das Album könnte genau so gut aus den späten 90ern kommen, wären da nicht Softtrap-Songs wie „CRZY“ oder „Not  Used To It“. Alles andere erinnert an den guten Stoff aus den 90ies. Damals als Brandy „Never Say Never“ raus gebracht hat und Monica „The Boy is mine“. Sogar stimmlich klingt Kehlani nach einer Zeit als im Musikbusiness alles noch ein bisschen besser und Aaliyah noch in den Charts war.

 


„SweetSexySavage“ erinnert mich an meine Schwester, ein paar meiner Freundinnen und mich. Also an die Alpha-Frauen, die zwar wissen was sie wollen, aber manchmal Schwierigkeit haben in der „Generation Maybe“ auf dem Weg zur Happiness nicht den Verstand zu verlieren und sich selbst zu zerstören.

Alles nicht so leicht, vor allem, weil der Weg dorthin so steinig und voll gepflastert ist mit Schicksalsschlägen, Existenzängsten, Fuckboys, fragwürdigen Entscheidungen, Liebeskummer und schönen Momenten, die einen daran erinnern, dass es sich immer lohnt dran zu bleiben.

Am Ende wird’s ja sowieso immer gut. Sonst wäre „SweetSexySavage“ wohl nie fertig geworden.

„SweetSexySavage“ ist überall dort erhältlich wo’s gute Musik gibt.
Kehlani gibt am 17.März in der Grellen Forelle in Wien ein Konzert. Tickets gibt’s hier!