… aber nicht erreicht habe.

Ich weiß es noch wie gestern. An dem Tag an dem ich meine Matura (beim zweiten Anlauf) geschafft habe, war ich mir ziemlich sicher wie der Rest meines Lebens aussehen wird. Mit Betonung auf „ziemlich“.

Denn ein paar Jahre später sitze ich hier und verstehe auch wieso meine Mutter lauthals gelacht hat, als ich ihr meinen Lebensplan vorgetragen habe. Ich muss ehrlich sagen, ich bin sehr froh darüber, dass der besagte Plan nicht aufgegangen ist.

Ich dachte nämlich, dass ich mit 25 schon…

 

1. … meine Jura-Studium fertig gemacht habe.

 

 

Ich kann genau so wenig wie ihr glauben, dass ich einmal dachte Jura studieren zu müssen. Vermutlich hat mich Ally McBeal damals inspiriert. Eine bessere Erklärung habe ich sonst nicht.
Natürlich habe ich das Studium nie zu Ende gebracht. Aber dafür habe ich gelernt wie man wilde Parties in der Mensa feiert und dabei auch gleich ein paar tolle Freundinnen für’s Leben kennenlernt!

 

 

2. … meine eigene Wohnung habe.  

 

 

Und damit meine ich nicht eine Mietwohnung. Der Plan war es eine eigene Wohnung gekauft (!) zu haben. Tja, dann kam die Wirtschaftskrise um die Ecke und die ist natürlich ganz alleine daran schuld, dass ich immer noch monatlich Miete zahle. Das rede ich mir so lange ein bis die Tinte auf dem Kaufvertrag getrocknet ist. Es kann sich nur noch um Jahrzehnte handeln.

 

 

3. … meine eigene Familie habe. 

 

 

Ich dachte tatsächlich, dass ich mit 25 Jahren verheiratet sein werde – ohne Spaß!!! Jetzt mal abgesehen davon, dass ich rückblickend ganz froh darüber bin keiner der beiden, zwischen denen ich mich damals nicht entscheiden konnte, geheiratet zu haben. Nichts für ungut, Jungs. Sitze ich ein paar Jahre später in meiner Mietwohnung, schreibe aussagekräftige Blogeinträge, wie diese hier und weiß es besser. Dem ist auch nichts mehr hinzuzufügen.

 

 

4. … Großverdienerin sein werde.

 

 

Hahahaaa!!! Die Journalisten und Blogger unter euch lachen jetzt wahrscheinlich genau so laut auf wie ich während ich das hier schreibe. Wir sind nämlich die meiste Zeit Mini-Verdiener und jeder, der euch etwas anderes erzählt, ist vor den Dumping-Gehältern ins Business eingestiegen oder ein Lügner.
Vielleicht hätte ich doch Anwältin werden sollen… 

 

 

5. … mein Traumkarriere habe.

 

 

Okay, okay, okay! Ich gebe zu, dass meine Karriere nicht allzu schlecht verlaufen ist. Es muss allerdings noch die eine oder andere Sprosse auf der Karriereleiter erklommen werden, bis ich zufrieden bin. Ehrlich gesagt werde ich erst zufrieden sein, wenn ich die deutschsprachige Oprah Winfrey bin – keine Minute vorher! #NoPressure

 

 

6. … einen stabilen Kontostand habe. 

 

 

Stabil bedeutet in diesem Zusammenhang ständig im Plus zu sein! Zu meiner Verteidigung dachte ich auch, dass ich Anwältin sein werde. Dass ich beschlossen haben ins Medienbusiness einzusteigen und somit die meiste Zeit auf finanzielle Sicherheit verzichten würde, konnte ich damals noch nicht wissen.
An dieser Stelle ist ein Shout out an meine Bankberaterin angebracht!!!

 

 

7. … eine Social-Life wie die Ladies von ‚Sex In The City‘ habe.

 

 

Finally ein Punkt, den ich gemeistert habe!!! Meine Freunde und ich leben zwar nicht in New York und haben kaum Designerklamotten. Aber, was das schwierige Liebesleben, die merkwürdigen Begegnungen, die witzigen Geschichten und die vielen Partynächte betrifft, können wir easy mit Samantha, Carrie, Charlotte und Miranda mithalten.
Ob das so eine gute Sache ist, wenn man sich die anderen sechs Punkte ansieht, ist fraglich, aber auch egal.

 

Ich liebe mein Leben nämlich genau so wie es ist und ich würde gar nichts anders machen wollen! 

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